Feuchtwiesen – die stillen Klimahelden

Feuchtwiesen binden mehr CO2 als Wälder! Besonders haben sie sich als Klimahelden hervorgetan.

Wir, als Verein, haben es uns zum Ziel gesetzt, trockengelegte Wiesen wieder zu verwässern. Wieso?

Feuchtwiesen binden mehr CO2 als Wälder!

„Mutter Erde“, Umweltinitiative „Wir für die Welt“, hat 2020 eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit der „Wiederherstellung veränderter Ökosysteme zum Klima- und Artenschutz in Österreich“ befasst hat. Geprüft wurde, welche positiven Auswirkungen die Revitalisierung ursprünglicher Lebensräume auf die Natur und somit auch auf den Menschen hat. 

Feucht- bzw. Pfeifengraswiesen als Klimahelden

Neben Wäldern (welche CO2 hauptsächlich im Gehölz speichern) und Mooren (die CO2 in meterdicken Torfschichten binden) haben sich besonders Feucht- bzw. Pfeifengraswiesen als Klimahelden hervorgetan. Dies hat man sich an Gebieten in Niederösterreich genauer angesehen: nach dem Pfeifengraswiesen in ihrer Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert noch 13,5% der Landfläche ausmachten, ist ihr Vorkommen mittlerweile auf 1,3% geschrumpft. Trockene Flächen sind nun mal besser für die Landwirtschaft zu nutzen. Problem dabei nur: durch die Trockenlegung der Wiesen löst sich der gebundene Kohlenstoff aus dem Boden und wird wieder freigesetzt. Das gute an der Sache ist, dass sich dies auch wieder umkehren ließe: würden es sich die Bäuerinnen und Bauern zutrauen, nur 1,6% ihrer landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen wieder in Feuchtwiesen umzuwandeln, könnten sagenhafte 200.000 Tonnen CO2 Emissionen jährlich reduziert werden. 

Pfeifengraswiese

Betrachtet man das für ganz Österreich, könnte man mit 1% der landwirtschaftlichen Flächen ganze 10% der gesamten Treibhausgasemission der österreichischen Landwirtschaft kompensieren. Zusätzlich könnte man sich mit einer angelegten Pfeifengraswiese so ganz nebenbei viele seltene und gefährdete Pflanzenarten (wie den Lungen-Enzian, die Sumpf-Gladiole oder den Duftlauch) in die Nachbarschaft holen, nicht nur seltenen Tierarten (wie dem Moor-Wiesenvögelchen – einem Tagfalter, dem großen Bachvogel oder der Sumpfeule) Lebensraum und Schutz bieten, sich einen natürlichen Hochwasser- aber auch Austrocknungsschutz zulegen und Kühlung in heißen Sommermonaten sichern. Und das alles gibt es für 1x Mähen pro Jahr und hochwertige Futterqualität!

Somit: pfeifen wir drauf und lassen das Gras sprießen 🙂

Wir vom gemeinnützigen Verein Biologische Vielfalt haben hier den Schwerpunkt gesetzt. Denn extensiv genutzte Wiesen und Weiden bieten gefährdete Arten Ökosysteme mit hoher Biodiversität.

Im Schließen von Drainagen und die Wiedervernässung von Böden (Denaturierung von Feuchtwiesen) sehen wir das größte Potenzial für den Klima- und Artenschutz.

Manfred Leitner, Präsident Verein Biologische Vielfalt

Quelle: Studie von Mutter Erde: „Wiederherstellung veränderter Ökosysteme zum Klima- und Artenschutz in Österreich“

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